Tarot-Kartenlegen ist schon lange mehr als Orakel und auch mehr als ein "Blick in die Zukunft". Das Legen von Tarotkarten wird heute als ein Blick in das Leben des fragenden Menschen angesehen, eine Lebens- und Entscheidungshilfe, eine Problemlösung, vielleicht auch - von qualifizierten Menschen - eine therapeutische Stütze.

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Es war einmal ein Narr ...


Vorwort aus meinem Buch „Es war einmal ein Narr ...“

Lieber Leser,
liebe Leserin!

Sie halten ein Buch in Händen, das einen sehr langen Entwicklungsweg in meiner persönlichen Geschichte hinter sich hat. Alles fing damit an, dass ich irgendwann Mitte der 80er Jahre mit einer „Stimme“ konfrontiert worden bin, die mir befahl, zu schreiben. Ich versuchte, mich dieser Stimme, die von überall und nirgends herzukommen schien, zu widersetzen, aber ich konnte es nicht. Und irgendein Teil in mir wollte es auch nicht, aber der war damals so klein, dass ich seine Regung so gut wie gar nicht wahrnahm.

Ich weiß bis heute nicht wirklich, was an diesem merkwürdigen (im wahrsten Sinne des Wortes!) Nachmittag passiert ist, ich weiß nur, dass es trotz aller Widerstände letztlich zu meinem Guten war. Ein Freund von mir formulierte es kürzlich so: „Da hat man dir für einen Moment dein Ego geklaut!“ Das mag wohl sein – und heute bin ich froh um diesen kleinen Diebstahl, denn er ermöglichte es mir, ziemlich tief in mich und das innere Wesen von uns allen hinein zu schauen.

Nach diesem denkwürdigen Nachmittag verbrachte ich mehrere Jahre damit, in meiner Freizeit Märchen zu schreiben. Bei allen möglichen Gelegenheiten, angespornt von Fragen an den Lauf der Welt, Fragen zu Beziehungen und zur Lösung von aktuellen Konfliktpunkten, schrieb ich Märchen. Und schrieb mir damit Ballast von der Seele, wie man so schön sagt, der zum Teil jahrelang vergeblich auf Befreiung gewartet hatte. Und jedes Märchen wollte damals von mir (oder besser gesagt von meinem Verstand...) verstanden werden, was eine intensive Auseinandersetzung mit mir und den Gesetzmäßigkeiten in diesem Universum zur Folge hatte.

Ich begab mich also auf die Suche, fütterte meinen Verstand mit Tonnen von esoterischer Literatur und fand dort – nur in andere Worte gekleidet – genau das, was zum Teil auch in meinen Märchen wieder zu finden war. Ich hatte für mich einen Kontaktpunkt zu einer inneren Weisheit gefunden, der wie ein Schlüssel zu einer schweren Eichentür fungierte. Aber ich hatte einen Schlüssel gefunden und damit war ich in der Lage, die schwere Tür wann immer ich wollte zu durchschreiten und hinter der Tür die ewige Freiheit des unendlichen Geistes zu entdecken, die nur darauf wartete, von mir freigelegt zu werden. Sie wollte nicht verschlossen bleiben, sie wollte, dass ich sie finde, so wie mein unbewusster innerster Wunsch es offensichtlich immer gewesen war, sie zu erblicken.

Irgendwann machte es mir dann keinen richtigen Spaß mehr, Märchen zu schreiben und ich tat es nur noch in Ausnahmesituationen, nämlich dann, wenn ich mit einem mir gestellten Problem nicht mehr klar kam. Es war die Zeit, als ich das Rider-Waite-Tarotspiel für mich entdeckte. Die kleinen bunten Bildchen faszinierten mich, zogen mich magisch an und ich versuchte, ihr innewohnendes Geheimnis zu lüften. Wieder stopfte ich Unmengen an Literatur über das Tarot in mich hinein, aber irgendwas fehlte. Es war, als wenn sich das letzte Geheimnis des Tarot mir noch nicht offenbart hatte.

Verstandesmäßig wusste ich, welche Zuordnungen zu den Stäben, Kelchen, Schwertern und Münzen zu machen waren. Aber wirklich befriedigen konnten mich diese Aussagen nicht. Ich besuchte verschiedene Tarot-Seminare und lernte noch mehr über die möglichen Deutungen der Karten, sah mich aber auch damit konfrontiert, mir diese Erklärungen für die einzelnen Karten, von denen es immerhin 78 verschiedene gibt, nicht merken zu können. Ich verzweifelte fast an mir und meiner Merkfähigkeit, als ich ein weiteres Seminar mit einem gänzlich anderen Ansatz besuchte.

Es war am Freitagabend eines Wochenendseminars und was machte der Seminarleiter mit uns? Er saß im Lotussitz auf einem Meditationskissen, neben sich ein Räucherstäbchen und in der Hand einen großen Bergkristall, forderte uns auf, wenn wir eine Frage hatten, zu ihm nach vorn zu kommen, die Frage zu stellen und dafür dann eine Karte zu ziehen. Ich dachte, er würde dann dem Fragesteller die Antwort liefern. Aber: Pustekuchen. Der Fragesteller musste sich die Karte anschauen und sagen, was er darauf sieht.

Mein Verstand rotierte. Wenn das so weiter geht, dann lerne ich ja nichts mehr über das Tarot, dachte ich und hatte ziemliche Fluchttendenzen, mit wehenden Fahnen aus diesem offenbar sinnlosen Seminar zu verschwinden. So ging es über zwei Stunden und mir war gähnend langweilig, denn sehen was ist, das konnte doch schließlich jeder, oder? Es dauerte eine Weile, bis ich begriff, dass tatsächlich jeder sehen kann. Und wenn jeder sehen und beschreiben kann, was er sieht, und die Karte nur ein Mittel zum Zweck ist, nämlich endlich einmal wirklich hinzuschauen, dann konnte jeder mit eigenen Worten zur Lösung seines Problems gelangen. Und langsam dämmerte mir, was wir hier taten: Wir benutzten die gezogene Karte dazu, endlich unsere geheim gehaltenen Gedanken der Öffentlichkeit preiszugeben – und hatten uns selbst die Lösung für unser Problem geliefert, wenn wir in der Lage waren, uns selbst zuzuhören. Und hören können ja schließlich – ebenso wie sehen – die meisten von uns...

Und mir dämmerte noch etwas: Was wir hier taten, war genau das Prinzip, das ich auch beim Märchenschreiben all die Jahre angewendet hatte. Eine Kette von Gedankenassoziationen ergab die Lösung des Problems. So wie ich einst beim Märchenschreiben aus verschiedenen Begriffen einen Satz bildete und um diesen eine bildhafte Geschichte ersann , die dann ein Märchen ergaben, bildeten sich hier Gedanken zu den Bildern des Tarot, die auch eine Geschichte – vielleicht ein Märchen - ergaben. So gesehen war es dann egal, ob ich Märchen schrieb oder mir die Bilder des Tarot ansah – was dabei herauskam, waren meine eigenen Gedanken, die Form annahmen, angesehen werden mussten und so die Schrittweise Lösung brachten. Die schwere Eichentür wurde lediglich mit einem anderen Schlüssel – der jedoch genau so gut passte – aufgemacht.

Ich machte das Wochenendseminar nicht mehr mit, und fing daraufhin an, mir selbst für jede Karte des Tarotdecks Geschichten zu erzählen. Und indem ich mir die Geschichten erzählte, verstand ich den Sinn des Tarots – für mich! Nach einer Weile fing ich an, für andere Menschen Tarotberatungen zu geben, und verwendete dabei das gleiche Prinzip: Sag mir, was du siehst, denn es führt dich zur Lösung deines Problems! Wir brauchen keinen Lehrer von Außen, der uns sagt, wie wir uns und unser Leben handhaben sollen, denn die Weisheit liegt tief in uns selbst verborgen. Wir müssen sie nur sehen wollen und ihr Ausdruck verleihen, damit wir uns selbst wieder glauben.

Es gingen wieder Jahre ins Land, bis ein guter Freund mich darauf brachte, dass es an der Zeit sei, meine vielen Märchen doch auch anderen zugänglich zu machen, die auf der Suche nach der inneren Weisheit waren. Und da ich alle Märchen im PC gespeichert hatte, machte ich zwei Bücher daraus. Während ich mich mit den Märchen von einst beschäftigte – und von ihnen in einen magischen Bann gezogen wurde, denn ich entdeckte Weisheiten, die ich schon wieder vergessen hatte -  empfand ich wieder einmal Lust, Märchen zu schreiben.

Und so zog ich mein Tarotkartendeck zu rate und wollte wissen, was das für mich zu bedeuten hatte. Und – wie es manchmal so ist – ich kannte natürlich die Karte, aber sie gab mir in diesem Moment keine Lösung. Mein Verstand war zu aktiv... Ich fragte mich, was das zu bedeuten habe und aus meinem Inneren tauchte plötzlich ganz klar auf: Dann schreib doch einfach Märchen zu den Tarotkarten! So hast du ein Bild, die Geschichten dazu kennst du ja in- und auswendig. Also brauchst du sie nur noch aufzuschreiben...

Et voilá: Hier sind sie. Mein Kreis hat sich geschlossen. Das Äußere ist nur ein Spiegel der inneren Wirklichkeit und so sind die Tarotkarten für mich nur ein Auslöser, um der inneren Weisheit wieder näher zu kommen. Aber bitte: Die hier beschriebenen Märchen sind MEIN persönlicher Weg in MEIN Inneres – und haben vielleicht mit Ihnen nicht das Geringste zu tun.

Vielleicht aber haben Sie das doch, denn wir alle haben nur EINEN Kern, mögen Sie ihn nennen, wie Sie wollen - ich nenne ihn GOTT. Und so kann es sein, dass Sie mit einem Märchen etwas anfangen können, weil es auch Ihre innere Thematik betrifft, die Sie von ihrem Inneren, von Gott in sich, fern hält. Ein anderes Märchen sagt Ihnen vielleicht gar nichts, weil Sie dieses Thema für sich schon gelöst haben.

So bieten Ihnen die Märchen EINEN Lösungsweg an, diese Welt mit Ihren Alltagsproblemen für einen Moment einmal anders zu sehen, denn auch wenn all dies Märchen sind, die von der Phantasie für die Phantasie gedacht und geschrieben wurden, so beinhalten sie Lösungsansätze, innere Werte, die wir manchmal nicht sehen können, die uns aber durch das Lesen und Beschäftigen mit diesen Qualitäten wieder ins Bewusstsein gelangen. So kann es sein, dass Sie wieder Mut fassen, ein wenig Vertrauen gewinnen oder auch mal Ihren Tränen freien Lauf lassen, um sich (wieder) auf eine höhere Qualität einzulassen.

Wenn Sie als Leser auch nur eine einzige Zeile in diesem Buch berührt, dann habe ich viel erreicht, habe einen Samenkorn der Erkenntnis pflanzen dürfen, der vielleicht einmal ein großer stattlicher Baum in Ihrem Inneren wird. Das jedenfalls wünsche ich Ihnen von Herzen. Mögen Sie Ihr inneres Wesen berühren und hier die Antworten finden, die sie brauchen. Es ist ganz einfach, wenn man erst einmal damit angefangen hat. Und es wird für Ihr Leben eine unendliche Bereicherung sein.

So wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen und beim „Berühren-Lassen“.

Ihre
Gudrun Anders

Aachen, im Juni 2003

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http://www.xinxii.com/es-war-einmal-ein-narr-p-321239.html

Viel Spaß beim Lesen!



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